DRITTES ELTERNGESPRÄCH – PSYCHOPÄDAGOGIK

“Gebürtig Digital: Ich bin der Vater von einem…”

Familienerlebnisse in Zeiten der virtuellen Technologie.

Technologie und virtuelle Realität ermöglichen es unseren Kindern zu Themen Zugriff zu haben, die bisher von den Eltern entsprechend ihres Alters als angemessen oder unangemessen erachtet wurden. Heutzutage werden nahezu alle Bereiche durch die virtuelle Technologie beeinflusst, was uns dazu zwingt, uns nicht nur um die Erfahrungen Zuhause und in der Schule zu kümmern, sondern auch solche Erfahrungen zu berücksichtigen, die in anderen Kontexten stehen.

Was ist es, dass die Besorgnis der Eltern um die Virtualität auslöst?

Als ein Ergebniss vieler Befragungen zum Einsatz virtueller Technologien ergibt sich die Prämisse, dass Kinder und Jugendliche heute im Allgemeinen mehr an Kontakten, als an wirklichen Beziehungen interessiert sind.

Aufgrund dieser Befragungen beginnen wir Kinder und Jugendliche in virtuellen Räumen zu betrachten, in denen sie nicht körperlich anwesend sind und sich nicht gegenseitig ins Gesicht schauen können. Was verlangt diese Transformation?

Jede Epoche ist geprägt von kulturellen Veränderungen. Der Begriff der Technologie ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit dem virtuellen Begriff. Technologie existierte in allen Epochen und schuf neue Instrumente, die zu der Zeit nützlich waren. Im modernen Zeitalter neigen die Nutzer von Technologie jedoch zunehmend dazu, sich als Individuen zu isolieren und zu vereinsamen.

Die postalphabetische Gesellschaft hat andere Werkzeuge der Selbstkonstruktion hervorgebracht, wie beispielsweise Computer und Mobiltelefone. Das Bild ist gegenüber der Schrift überlegener geworden. Man muss immer verfügbar, immer online und immer erreichbar sein. Die Idee der virtuellen Gruppe entsteht auch, wenn man sich nicht am Gerät befindet, denn dann befindet man sich in der Unsichtbarkeit.

Wir leben in einer idealisierten Welt ohne Raum für Frustration. Es herrscht scheinbar ein Übermaß an Positivität und Perfektion. Das Problem liegt darin, das Reale vom Virtuellen zu trennen.  Virtualität versetzt Kinder und Jugendliche an einen Ort der Macht, der ihnen viele Informationen liefert, von wo aus sie argumentieren können und wo der Erwachsene keine Autorität mehr hat, sondern Autorität aufbauen muss.

Virtualität ist weder gut noch schlecht, sie ist epochal. Was sie gefährlich macht, ist die Art und Weise, wie sie genutzt wird. Wie also können diese virtuellen Erfahrungen genutzt werden? Es ist wichtig zu erkennen was möglich ist, auf Grundlage dessen was man über seine Kinder weiß. Je länger man die Nutzung von Technologie verzögert, desto besser. Es hängt allerding auch viel davon ab, wie Eltern sie einsetzen. Wird die Virtualität spielerisch und in Begleitung verwendet, so hilft sie den Eltern, die erhaltenen Informationen zu interpretieren und ihre Benutzung nachzuvollziehen. Wenn andererseits die Virtualität selbst zum Vermittler zwischen Kind und Eltern wird, so stellt sich die ethische Frage nach der Natur der Beziehung zwischen Kindern und Eltern. Dies ist eine Einladung, darüber nachzudenken, was in der Familie passiert, was das Verhalten meiner Kinder bestimmt, wie deren Verhaltensweise ist und wie weit die Fähigkeit, Vereinbarungen einzuhalten, ausgeprägt ist.

Als Eltern müssen wir unsere Kinder berühren, umarmen, ihnen die Zuneigung schenken und den Kontakt bieten, den Virtualität nicht bieten kann. Wir müssen Dialoge führen, denn jeder Moment ist kostbar. Lassen wir unsere Kinder nicht allein, um sich mit der Virtualität zu verbinden, jener Virtualität, in der es keine Zuneigung, keine Blicke, keinen Kontakt gibt.

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